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Herbst während der Krebstherapie: Dinge, die jetzt wirklich guttun können!


Der Herbst ist da.


Die Tage werden kürzer, die Luft kühler und viele ziehen sich wieder etwas mehr nach drinnen zurück. Für Menschen in einer Krebstherapie fühlt sich diese Jahreszeit oft noch einmal anders an. Kälte kann intensiver wahrgenommen werden, die Haut wird trockener, Infekte nehmen zu und die Müdigkeit macht sich manchmal stärker bemerkbar. Gleichzeitig finde ich: Der Herbst muss nicht nur für dunkle Tage stehen. Er kann auch eine Einladung sein, den Alltag etwas langsamer zu gestalten und sich bewusst kleine Momente zu schaffen, die guttun.


Denn im Klinikalltag geht es oft um Blutwerte, Medikamente und Nebenwirkungen. Aber es geht eben auch darum, wie man die Zeit dazwischen möglichst angenehm gestaltet.


Hier sind meine Herbsttipps für die Zeit während einer Krebstherapie.


Wärme tut gut – aber bitte mit Gefühl


Viele Menschen frieren während einer Chemotherapie schneller als sonst. Eine warme Decke, dicke Socken oder eine Wärmflasche können sehr angenehm sein und helfen, sich wohler zu fühlen.

Wichtig ist allerdings: Wärme sollte nie zu heiß sein.

Gerade wenn das Hautgefühl verändert ist, zum Beispiel durch eine Polyneuropathie oder nach einer Bestrahlung, kann Hitze schlechter eingeschätzt werden. Das erhöht das Risiko für Verbrennungen.


Darauf solltest du achten:


  • Wärmflaschen nicht direkt auf empfindliche oder bestrahlte Haut legen.
  • Immer ein Handtuch oder einen Stoff dazwischen legen.
  • Wärme angenehm, aber nicht heiß anwenden.


Manchmal reicht schon ein warmer Pullover und eine Tasse Tee.


Rausgehen – auch wenn es nur zehn Minuten sind


Bewegung muss während einer Krebstherapie kein Sportprogramm sein.

Ein kurzer Spaziergang an der frischen Herbstluft kann bereits gut tun. Viele Patientinnen berichten, dass sie sich danach wacher fühlen oder für einen Moment den Kopf freibekommen.

Und wenn deine Tagesform heute keinen Spaziergang zulässt?

Dann ist das genauso in Ordnung.

Bewegung darf sich an deiner Energie orientieren und nicht an einem Schrittziel auf der Smartwatch.


Ideen für kleine Herbstmomente draußen


  • eine Runde um den Block
  • ein Spaziergang im Wald oder Park
  • ans Meer oder an einen See fahren, wenn es möglich ist
  • Herbstblätter oder Kastanien sammeln – auch mit Kindern oder Enkeln eine schöne Idee


Wetterfeste Kleidung macht den Unterschied. Es gibt kaum schlechtes Herbstwetter, aber oft die falsche Jacke.


Jetzt braucht deine Haut etwas mehr Aufmerksamkeit.


Kalte Luft draußen und trockene Heizungsluft drinnen sind für die Haut eine Herausforderung. Während einer Krebstherapie ist sie oft ohnehin empfindlicher oder trockener.

Deshalb lohnt sich jetzt eine besonders sanfte Pflegeroutine.


Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung


  • milde, parfumarme Reinigung
  • regelmäßig eincremen
  • Lippenpflege nicht vergessen
  • ausreichend trinken


Wenn deine Haut bestrahlt wurde oder du spezielle Hautreaktionen hast, halte dich an die Empfehlungen deines Behandlungsteams. Nicht jede Creme ist für jede Situation geeignet.


Mach es dir gemütlich – ohne ein schlechtes Gewissen

Es klingt fast zu einfach.

Eine Tasse Tee, eine warme Kürbissuppe, die Lieblingsserie, ein gutes Buch oder eine weiche Kuscheldecke.

Aber genau diese kleinen Dinge können einen schwierigen Tag etwas freundlicher machen.

Selbstfürsorge bedeutet nicht, den ganzen Tag produktiv an sich zu arbeiten. Manchmal bedeutet sie einfach, sich eine Pause zu erlauben.


Ein paar Ideen für gemütliche Herbsttage


  • Pumpkin-Spice-Gewürz im Porridge, Kaffee oder Joghurt ausprobieren
  • Eine Kürbissuppe kochen
  • Kerzen anzünden oder herbstlich dekorieren
  • Einen Kinoabend zu Hause machen


Nicht alles muss mit Krebs zu tun haben. Es darf auch einfach schön sein.


Nutze den Herbst für kleine Projekte und schöne Erlebnisse


Der Herbst bietet viele Möglichkeiten, ohne dass alles viel Energie kosten muss.

Vielleicht hast du Lust auf:


  • einen Herbstmarkt
  • einen Spaziergang im Wald
  • Kastanien oder bunte Blätter sammeln
  • Kürbis schnitzen
  • Stricken, Häkeln oder Töpfern
  • Backen oder Kochen
  • einen Museumsbesuch an Regentagen
  • einen gemütlichen Kinoabend zu Hause


Viele dieser Ideen eignen sich auch wunderbar gemeinsam mit Kindern oder Enkeln.

Es geht nicht darum, möglichst viel zu erleben. Es geht darum, kleine Dinge zu finden, auf die man sich freuen kann.


Vergiss die praktischen Dinge nicht


Mit dem Herbst beginnt auch die Erkältungs- und Grippesaison.

Deshalb lohnt sich jetzt ein kurzer Gesundheits-Check:


  • Termin für die Grippeschutzimpfung mit Hausarzt oder Onkologin besprechen
  • Hausapotheke kontrollieren: Sind Schmerzmittel, Fieberthermometer oder Medikamente gegen typische Nebenwirkungen noch vorhanden?
  • Genügend Hautpflege und Lippenpflege auf Vorrat haben


Gerade wenn das Immunsystem durch die Therapie belastet ist, können diese Vorbereitungen den Alltag erleichtern.


Mein Fazit



Gerade während einer Krebstherapie finde ich es wichtig, den Blick nicht ausschließlich auf die Erkrankung zu richten.

Der Herbst muss nicht perfekt genutzt werden. Vielleicht ist es heute nur eine Tasse Tee. Morgen eine kleine Runde an der frischen Luft. Und übermorgen ein gemütlicher Abend auf dem Sofa.

Manchmal sind es genau diese kleinen Momente, die einen schwierigen Alltag ein bisschen leichter machen.